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Graphitpulver für leitfähige Beschichtungen: Auswahl und Dispersion

Die Leistung leitfähiger Beschichtungen hängt von mehr als der Graphitreinheit oder einer einzelnen Partikelgröße ab. Dieser Leitfaden arbeitet von elektrischen und filmbezogenen Fehlerbildern zurück zu Pulvertyp, PSD, Dispersion, Chemie, Versuchskontrolle und Einkaufsspezifikation.

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Wenn eine leitfähige Beschichtung die gewünschten elektrischen Eigenschaften nicht erreicht, ist das Graphitzertifikat nur ein Anhaltspunkt. Dieselbe Rezeptur kann zwar die elektrische Prüfung bestehen, aber dennoch kommerziell unbrauchbar sein, weil sich die Beschichtung absetzt, zu viskos wird, Oberflächenfehler entwickelt, die Haftung verliert oder von Charge zu Charge schwankt. Diese Ergebnisse deuten auf ein Systemproblem hin, bei dem Graphittyp, Partikelgrößenverteilung, Morphologie, Oberflächenbeschaffenheit, chemische Zusammensetzung, Dispersion, Bindemittel, Lösungsmittel, Feststoffgehalt, Schichtdicke, Aushärtung und Applikationsverfahren zusammenwirken.

Der sinnvolle Auswahlprozess beginnt daher mit dem im fertigen Beschichtungsmaterial beobachteten Fehler oder Zielwert. Ist der Widerstand zu hoch, muss im nächsten Schritt geprüft werden, ob sich das Graphitnetzwerk nicht vollständig ausgebildet hat, ob der Graphit schlecht dispergiert war, ob sich der Bindemittelanteil oder die Schichtdicke verändert hat oder ob das gewählte Pulver in dieser Formulierung die erforderliche Kontaktstruktur nicht erzeugt. Ist der Film zwar leitfähig, aber instabil, muss der Käufer feststellen, ob Absetzen, Agglomeration, Viskosität, grobe Partikel, chemische Zusammensetzung oder Prozessschwankungen die Ursache sind, bevor er die Rohmaterialspezifikation verschärft.

Die derzeitigen chinesischen Normen für Graphit und Partikelanalyse bieten einen Messrahmen, ohne ein einziges Pulver in eine universelle leitfähige Sorte umzuwandeln. GB/T 19077-2024 ist die derzeitige nationale Referenz für Laserbeugung, GB/T 3520-2024 umfasst die Prüfung der Graphitfeinheit und GB/T 3521-2023 ist die derzeitige nationale Referenz für die chemische Analyse von Graphit. Im Rahmen der Formulierungsstudie muss noch ermittelt werden, welche gemessenen Eigenschaften tatsächlich das Beschichtungsergebnis bestimmen.

Ausgangspunkt ist der Beschichtungsfehler oder das elektrische Ziel.

Die elektrischen Zielwerte und das Versagensmuster der Beschichtung bestimmen, welche Graphitparameter zuerst untersucht werden sollten. Ein Rohmaterialvergleich ohne definiertes Filmziel kann zwar eine große Menge an Pulverdaten generieren, lässt aber das eigentliche Formulierungsproblem ungelöst.

Die elektrischen Eigenschaften sollten nicht nur am Pulver, sondern auch am fertigen Prüfkörper bestimmt werden. Relevante Ergebnisse können der Flächenwiderstand, der spezifische Volumenwiderstand, die Durchgängigkeit zwischen definierten Punkten, die Abschirmleistung, das Erwärmungsverhalten, das antistatische Verhalten oder andere projektspezifische elektrische Kennwerte sein. Prüfkörper, Elektrodenanordnung, Schichtdicke, Aushärtungszustand, Konditionierung, Substrat und Messgeometrie müssen beim Vergleich der Prüfqualitäten konstant gehalten werden, da sie alle das Ergebnis beeinflussen können.

Dokumentieren Sie anschließend die nicht-elektrischen Fehlerarten. Eine leitfähige Beschichtung, die sich nicht gleichmäßig auftragen lässt, ist nicht allein deshalb qualifiziert, weil ein Labormuster die elektrischen Anforderungen erfüllt. Achten Sie auf Ablagerungen während der Lagerung, harte Sedimente, Viskositätsänderungen, mangelhafte Benetzung, Agglomerate, Verstopfungen von Sieben oder Filtern, Rauheit, Poren, schwache Haftung, Risse, ungleichmäßigen Schichtaufbau, Kantenfehler und Veränderungen des Aushärtungsprozesses.

Beobachtetes Ergebnis Graphitvariable zu untersuchen Formulierungs-/Prozessvariable, die gehalten oder überprüft werden soll
Elektrischer Widerstand zu hoch Graphittyp, PSD, Morphologie, Dispersionsgrad, Reinheit (nur soweit chemisch relevant) Graphitbeladung, Bindemittelverhältnis, Filmdicke, Aushärtung, Substrat, Testgeometrie
Große elektrische Schwankungen im gesamten Panel Agglomeration, grober Ausläufer, Dispersionsgleichmäßigkeit, Chargenkonsistenz Mischreihenfolge, Auftragsdicke, Trocknungs-/Aushärtungsgleichmäßigkeit
Die Viskosität steigt oder die Beschichtung lässt sich nur schwer auftragen Feinfraktion, Oberflächenbeschaffenheit, Pulverstruktur, Feuchtigkeit Trägermedium, Lösungsmittel, Feststoffgehalt, Dispergiermittel, Mischenergie und Temperatur
Ablagerungen oder hartes Sediment Partikelverteilung, dichteabhängige Handhabung, Agglomeration Rheologiepaket, Lagerzeit, Schergeschichte, Trägermedium
Oberflächenfehler oder rauer Film Grobe Partikel, Agglomerate, Morphologie Beschichtungsspalt, Filtration, Substrat, Schichtdicke

Dieser Ansatz, bei dem Fehler frühzeitig erkannt werden, verhindert voreilige Schlüsse. Ein niedrigerer Wert für D50 ist nicht automatisch die Lösung für einen hohen Widerstand. Eine höhere Anzahl an festen Kohlenstoffatomen ist nicht automatisch die Lösung für eine schlechte Leitfähigkeit. Beide Änderungen können in einer bestimmten Rezeptur hilfreich sein, aber der Versuch muss den zugrundeliegenden Mechanismus aufzeigen.

Graphitdispersion in leitfähigen Beschichtungen

Wählen Sie die Graphitsorte anhand der Funktion, die sie erfüllen soll.

Die Wahl des Graphittyps sollte sich nach der erforderlichen Kontaktstruktur und dem Verarbeitungsverhalten der Beschichtung richten und nicht nach einer allgemeinen Einteilung in natürlichen, synthetischen, Flocken- oder mikronisierten Graphit. Unterschiedliche Pulverherstellungsverfahren können zwar brauchbare leitfähige Beschichtungen erzeugen, führen aber nicht zwangsläufig zum gleichen Partikelnetzwerk im gleichen Bindemittel.

Plättchenförmige Partikel können in einem Film ausgedehnte Kontaktflächen und gerichtete Strukturen erzeugen, während körnigere oder kantigere Partikel sich anders anordnen und verbinden können. Durch Mahlen lässt sich die Partikelgröße verringern, aber auch die Morphologie verändern. Synthetische Verfahren ermöglichen die Herstellung einer breiten Palette von Partikelformen und -strukturen. Die Begriffe „natürlich“ und „synthetisch“ beschreiben daher den Kontext des Ausgangsmaterials, erlauben aber keine vollständige Vorhersage des elektrischen Verhaltens.

Der Leitfaden zu natürlichem versus synthetischem Graphitpulver trennt die Rohstoffroute von messbaren Eigenschaften wie PSD, Morphologie, chemischer Zusammensetzung und Schüttgutverhalten. Bei einer leitfähigen Beschichtung sollte dieser Vergleich nur zur Auswahl geeigneter Produktfamilien dienen. Die endgültige Entscheidung sollte auf dem Ergebnis des ausgehärteten Films und der Prozessstabilität der qualifizierten Rezeptur beruhen.

Eine Formulierung kann auch Graphit mit anderen leitfähigen Füllstoffen enthalten. In diesem Fall sollte das resultierende Netzwerk nicht ausschließlich dem Graphit zugeschrieben werden. Ruß, Metallpartikel, Fasern, Nanoröhrchen-artige Additive oder andere leitfähige Phasen können den Perkolationsweg, die Viskosität, den Dispersionsbedarf und die Kostenstruktur beeinflussen. Diese Inhaltsstoffe sollten beim Vergleich verschiedener Graphitsorten konstant gehalten werden, es sei denn, es wird gezielt ein Hybridsystem getestet.

Partikelgröße und -verteilung im Vergleich zur Filmbildung

Die Partikelgrößenverteilung beeinflusst die Dispersion, Packung und Freilegung von Graphit im Beschichtungsfilm. Daher sollte sie im Hinblick auf die Filmbildung und nicht auf eine einzelne Partikelgröße kontrolliert werden. D50 beschreibt die zentrale Partikelverteilung; der grobe Rand und die feine Fraktion erklären häufig die Defekte, die von D50 nicht erfasst werden.

Grobe Partikel können in einem dünnen Film sichtbar werden, schmale Beschichtungsspalte behindern, lokale Dickenschwankungen verursachen oder als teilweise benetzte Agglomerate bestehen bleiben. Feine Partikel können die Gesamtoberfläche, die von der flüssigen Phase benetzt werden muss, vergrößern, die Viskosität beeinflussen und die Menge des um die Partikel herum effektiv verfügbaren Bindemittels verändern. Eine breite Partikelverteilung kann in einem System die Packungsdichte verbessern und in einem anderen die Rheologie destabilisieren.

Der spezielle Leitfaden zur PSD von mikronisiertem Graphit erläutert, warum D50, D90, die Verteilungsenden und die Messmethode gemeinsam betrachtet werden sollten. Bei einer leitfähigen Beschichtung sind diese Informationen erst dann nützlich, wenn sie mit Schichtdicke, Rauheit, Dispersion und elektrischer Kontinuität in Verbindung gebracht werden.

Ziehen Sie PSD nicht fest, bevor Sie geprüft haben, ob das scheinbare Größenproblem tatsächlich auf Agglomeration zurückzuführen ist. Ein Pulver kann seine Eingangsgrößenverteilung erfüllen und dennoch als größere Agglomerate in die Beschichtung gelangen, wenn Lagerung, Benetzung, Dispersionssequenz oder Scherung unzureichend sind. Umgekehrt kann ein aggressiver Dispersionsschritt schwache Agglomerate aufbrechen und die effektive Partikelpopulation, die der Beschichtungsprozess erfasst, verändern.

Bei der Qualitätsprüfung ist der Eingangswert PSD zu erfassen und anschließend die nasse und ausgehärtete Beschichtung zu prüfen. Entscheidend ist, ob die zulässige Verteilung ausreichend reproduzierbar ist, um denselben Anwendungsprozess zu gewährleisten. Wenn eine enge obere Fehlergrenze einen reproduzierbaren Oberflächenfehler beseitigt, gehört sie zur Spezifikation. Hat eine geringfügige Änderung des D50-Werts keine messbare Auswirkung, kann sie besser als Überwachungsfeld betrachtet werden.

Die Dispersionsqualität kann eine gute Pulverspezifikation zunichtemachen.

Die Dispersionsqualität kann das Beschichtungsergebnis maßgeblich beeinflussen, selbst wenn das Graphitpulver selbst alle vereinbarten Eingangsspezifikationen erfüllt. Der Käufer benötigt daher ein Dispersionsverfahren, das so präzise kontrolliert wird, dass sich Unterschiede im Pulver von prozessbedingten Unterschieden trennen lassen.

Beginnen Sie mit der Zugabereihenfolge. Die Zugabe von trockenem Graphit in ein vollständig entwickeltes, hochviskoses System kann ein anderes Benetzungsverhalten hervorrufen als die Zugabe in ein niedrigviskoses Bindemittel oder eine Vordispersion. Die Reihenfolge, in der Bindemittel, Lösungsmittel, Additive, Dispergiermittel und Graphit kombiniert werden, kann den Agglomeratabbau und die Menge der im Gemisch eingeschlossenen Luft beeinflussen.

Die Mischenergie ist eine weitere Variable. Anlagentyp, Rotor- bzw. Schaufelgeometrie, Chargengröße, Behältergeometrie, Temperatur, Zeit und Schergeschichte beeinflussen den Dispersionszustand. Ziel ist es nicht, die maximal mögliche Scherung anzuwenden. Übermäßige Verarbeitung kann Temperatur, Lösemittelhaushalt, Partikelform, Bindemittelverhalten oder Anlagenverschleiß verändern. Optimal sind die Bedingungen, die eine stabile Beschichtung erzeugen und im Produktionsmaßstab reproduzierbar sind.

Beurteilen Sie die Dispersion nicht nur anhand des visuellen Erscheinungsbildes. Eine Beschichtung kann gleichmäßig schwarz erscheinen, aber dennoch elektrisch wichtige Agglomerate oder lokal graphitarme Bereiche enthalten. Vergleichen Sie Viskosität bzw. rheologisches Verhalten, Auftragung bzw. Aussehen des beschichteten Films, Dicke, elektrische Messwerte an verschiedenen Stellen und Lagerstabilität. Wenn Mikroskopie oder eine andere Dispersionsanalyse verwendet wird, definieren Sie die Probenpräparation, um aussagekräftige Vergleiche zu ermöglichen.

Ein ungenügendes elektrisches Ergebnis sollte daher zwei parallele Prüfungen auslösen: die Identität des Pulvers und die Durchführung der Dispersion. Vor der Ablehnung einer Charge allein aufgrund des Widerstands des fertigen Films ist eine erneute Prüfung mit dem zurückbehaltenen Material unter Anwendung des qualifizierten Dispersionsverfahrens erforderlich. Reproduziert die zurückbehaltene Charge den Fehler, die Kontrollcharge jedoch nicht, so ist der Materialunterschied mit größerer Wahrscheinlichkeit anzunehmen.

Technische Darstellung von Graphitpulverdispersion und beschichteten Testplatten.

Reinheit und Verunreinigungen: Grenzwerte für das Beschichtungssystem festlegen

Die Grenzwerte für Reinheit und Verunreinigungen sollten sich an der Beschichtungschemie, dem Substrat, der Einsatzumgebung und den Kundenanforderungen orientieren und nicht an der Annahme, dass die höchste verfügbare Reinheit immer die beste Kaufentscheidung darstellt.

Der Gehalt an fixiertem Kohlenstoff kann als Screening-Parameter dienen, gibt aber keine Auskunft darüber, welche Verunreinigungen vorhanden sind. Asche kann verschiedene mineralische Bestandteile enthalten. Spurenmetalle, Schwefel, Feuchtigkeit, Restionen oder andere chemische Verbindungen können in korrosionsempfindlichen Systemen, Beschichtungen für Elektronikprodukte, chemisch reaktiven Bindemitteln oder kontrollierten Kontaminationsumgebungen relevant sein. In weniger empfindlichen Industriebeschichtungen kann dieselbe Verunreinigung in den dort vorkommenden Konzentrationen hingegen keine nachweisbare Wirkung zeigen.

GB/T 3521-2023 stellt eine aktuelle nationale Referenz für die chemische Graphitanalyse dar. Die Bestellung sollte dennoch angeben, welche Ergebnisse vertraglich relevant sind und warum. Ein umfassendes Laboranalysenpanel sollte nicht ohne Anwendungsnachweis in eine Kaufspezifikation umgewandelt werden.

Der Leitfaden zu Verunreinigungen in hochreinem Graphitpulver behandelt dies auf Anwendungsebene. Für leitfähige Beschichtungen ist die praktische Vorgehensweise enger gefasst: Ausfallmechanismus identifizieren, die relevanten chemischen Felder auswählen, einen Arbeitsbereich qualifizieren und diese Felder anschließend über wiederholte Chargen kontrollieren.

Der Feuchtigkeit bedarf gesonderter Beachtung, da sie die Pulverhandhabung, die Dispersion und einige Bindemittelsysteme beeinflussen kann, selbst wenn sie nicht im selben Sinne wie Asche oder Spurenelemente als Verunreinigung behandelt wird. Ist die Feuchtigkeit relevant, müssen die Probenkonditionierung und die Prüfgrundlage so definiert werden, dass die Ergebnisse reproduzierbar sind.

Führen Sie eine kontrollierte Formulierungsstudie durch und fixieren Sie die Variablen.

In einer kontrollierten Formulierungsstudie sollte der Graphitkandidat variiert werden, während die anderen Variablen so weit wie möglich konstant gehalten werden, um festzustellen, ob das Pulver die beobachteten Unterschiede verursacht hat. Die gleichzeitige Änderung von Graphittyp, Graphitmenge, Dispergiermittel, Mischzeit und Filmdicke führt zu einem Ergebnis, das nicht auf eine einzelne Entscheidung zurückgeführt werden kann.

Verwenden Sie eine Basisrezeptur mit identifizierten Rohstoffchargen. Dokumentieren Sie die Graphitcharge, die Zugabemenge, die Zugabereihenfolge, die Mischanlage, die Zeit, die Temperatur, die Chargengröße, das Beschichtungsverfahren, die Nass- und Trockenfilmdicke (sofern gemessen), das Substrat, die Aushärtungs- oder Trocknungsbedingungen, die Konditionierung, das elektrische Prüfverfahren und die nichtelektrischen Abnahmeprüfungen.

Probephase Festhalten Vergleichen Entscheidung
Pulverfamiliensieb Rezeptur, Graphitbeladung, Dispersionsverfahren, Beschichtung und Aushärtung Kandidaten für Graphitarten Welche Familie kann die erforderliche Filmfunktion erreichen?
PSD Bestätigung Graphitfamilie und -chemie so nah wie möglich an praktisch Qualifizierte Partikelverteilungen Welche Verteilung steuert die Oberflächen- und elektrische Konsistenz?
Dispersionsbestätigung Pulverladung Kontrollierte Mischsequenz/Energie innerhalb des Prozessfensters Liegt das Problem beim Rohmaterial oder bei der Dispersionsausführung?
Chemische Bestätigung Formel und PSD Relevante Reinheits-/Verunreinigungsgrade Verändert die Chemie die Kompatibilität oder die Leistung?
Bestätigung der Wiederholungscharge Genehmigte Rezeptur und Verfahren Weitere Lose der ausgewählten Güteklasse Ist die Produktionsleistung reproduzierbar?

Bei wichtigen Versuchen sollte ein Kontrollmaterial verwendet werden. Die Verarbeitung einer zurückbehaltenen, qualifizierten Charge neben einer neuen Charge ist eine der effektivsten Methoden, um normale, tagesaktuelle Formulierungsschwankungen von einer tatsächlichen Pulververschiebung zu unterscheiden.

Überführen Sie den erfolgreichen Versuch in eine Einkaufsspezifikation

Die Kaufspezifikation sollte die Graphiteigenschaften und Prozesskontrollen beibehalten, die den erfolgreichen Versuch wiederholbar gemacht haben, ohne jede Laborbeobachtung zu einer vertraglichen Vorgabe zu machen.

Trennen Sie die vier Ebenen. Die erste Ebene enthält die Materialidentifikation: Graphitfamilie, zugelassene Güteklasse oder Referenz eines qualifizierten Musters und Chargenrückverfolgbarkeit. Die zweite Ebene enthält die Freigabedaten: Felder PSD, Felder für fixierten Kohlenstoff oder chemische Zusammensetzung, Feuchtigkeit und alle weiteren für die Zulassung erforderlichen Eigenschaften. Die dritte Ebene enthält unterstützende Informationen: Morphologie, Schüttgutverhalten oder andere Überwachungsdaten, die zur Diagnose von Veränderungen beitragen. Die vierte Ebene ist die Anwendungsbestätigung: die Formulierung und der Test des fertigen Films, der belegt, dass das Pulver weiterhin die erforderliche Funktion erfüllt.

Geben Sie für PSD die vereinbarte Methode und die Verteilungseigenschaften an, die mit dem tatsächlichen Filmverhalten zusammenhängen. Listen Sie im Abschnitt Chemie nur die Felder auf, die mit Kompatibilität, Kontamination oder Kundenanforderungen in Verbindung stehen. Berücksichtigen Sie bei der Verpackung Feuchtigkeitsschutz, Trennung und Handhabung, falls diese den Pulverzustand verändern können. Geben Sie im Abschnitt Änderungsmanagement Lieferantenänderungen an, die eine Benachrichtigung oder erneute Qualifizierung erfordern.

Eine praxisgerechte RFQ für ein neues Projekt mit leitfähiger Beschichtung sollte die Bindemittel- oder Trägerstofffamilie, das Substrat, die Funktion des Graphits, eine vorhandene aktuelle Sorte, Ziel- oder qualifizierte Partikelgrößenangaben, bekannte chemische Einschränkungen, die Zugabebasis für Graphit, die Dispersionsausrüstung, den Bereich des Schichtaufbaus, den Aushärtungs- oder Trocknungsweg, die elektrische Abnahmemethode und den derzeit zu lösenden Hauptprozessfehler enthalten. Mit diesen Angaben kann QDZRT Graphite geeignete Kandidaten anhand der konkreten Anwendung besprechen, statt lediglich mit der allgemeinen Bezeichnung „leitfähiger Graphit“ zu antworten.

Bei einem Versagen einer leitfähigen Beschichtung sollte man in folgender Reihenfolge rückwärts vorgehen: Zunächst die elektrischen und Filmprüfungen bestätigen, anschließend die Filmdicke und Aushärtung, dann die Dispersionsausführung, vergleichen mit der Kontrollcharge, prüfen PSD und mögliche Agglomerationen und schließlich die chemischen Bereiche mit einem plausiblen Wirkmechanismus. Diese Vorgehensweise wandelt eine vage Materialreklamation in eine fundierte Kaufentscheidung um.

Verwenden Sie das Formular COA nicht als Ersatz für das Rezepturprotokoll. Das Formular COA beschreibt das gelieferte Pulver gemäß den vereinbarten Prüfmethoden; das Rezepturprotokoll beschreibt, wie dieses Pulver zu einem brauchbaren Film verarbeitet wurde. Bewahren Sie beide Formulare auf. Sollte eine zukünftige Charge innerhalb aller Eingangsgrenzen liegen, die Beschichtung jedoch Abweichungen aufweisen, liefert das Rezepturprotokoll die notwendigen Referenzdaten, um Mischen, Filmaufbau, Aushärtung, Substrat und Testdurchführung zu überprüfen, bevor die Rohmaterialien als Ursache genannt werden. Ist der Prozess stabil, zeigt der Chargentrend jedoch eine signifikante Änderung im Formular PSD, der chemischen Zusammensetzung oder einem anderen überwachten Parameter, unterstützen dieselben Dokumente eine gezielte Lieferantenuntersuchung.

Für die kontinuierliche Produktion sollten nach Möglichkeit kleine Stichproben aus qualifizierten Chargen zurückbehalten und eine einfache Eskalationsregel definiert werden. Eine geringfügige Abweichung im Überwachungsfeld ohne Prozessauswirkung kann eine Beobachtung anstelle einer Ablehnung rechtfertigen. Eine Änderung, die einen nachgewiesenen Freigabegrenzwert überschreitet oder einen Beschichtungsfehler reproduziert, sollte eine Eindämmung und erneute Qualifizierung auslösen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Spezifikation an das Risiko gekoppelt bleibt, anstatt normale analytische Schwankungen zu unnötigen Produktionsstopps zu führen.

Bei Beschichtungen, die vor der Verwendung gelagert werden, sollte eine Alterungsprüfung in den Qualifizierungsplan aufgenommen werden. Vergleichen Sie die elektrischen Eigenschaften, die Viskosität bzw. das Anwendungsverhalten, sichtbare Ablagerungen, den Redispergieraufwand und den Filmzustand zu den für die Anlage relevanten Zeitpunkten. Selbst ein Graphit, der sich unmittelbar nach dem Mischen gut dispergiert, kann Produktionsprobleme verursachen, wenn sich die Formulierung nach der Lagerung stark absetzt, das Anwendungsverhalten ändert oder ein anderer Film entsteht. Führen Sie diesen Test im Rahmen der Formulierungsqualifizierung durch, nicht am Pulver COA.

Referenzen und Quellen

  1. Nationale Standard-Informationsplattform für öffentliche Dienste — GB/T 19077-2024, Partikelgrößenanalyse — Laserbeugungsmethoden Aktuelle chinesische nationale Laserbeugungsreferenz; implementiert 1. Mai 2025.
  2. Nationale Standardinformationsplattform für öffentliche Dienste — GB/T 3520-2024, Prüfverfahren zur Bestimmung der Feinheit von Graphit Aktueller chinesischer nationaler Prüfstandard für Graphitfeinheit.
  3. Nationale Standard-Informationsplattform für den öffentlichen Dienst — GB/T 3521-2023, Verfahren zur chemischen Analyse von Graphit Aktuelles chinesisches nationales Referenzsystem für die chemische Analyse von Graphit.